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Schwerz im Saalekreis

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Geschrieben von: Mitteldeutsche Zeitung Freitag, 13. Mai 2005

Schwerz: 800-Jahr-Feier im Juni - „Hoffmannstropfen” als Souvenir - Lied-Premiere

Von unserer Redakteurin
DlANA DÜNSCHEL

Mitteldeutsche Zeitung vom 13.05.2005Schwerz bereitet sich auf die 800-Jahr-Feier vor. Denn im Jahr 1205, das hat auch das Sächsische Staatsarchiv bestätigt, wurde das Dorf mit seinen heute 560 Einwohnern in den Ortsteilen Kneipe, Dammendorf und Schwerz erstmals urkundlich erwähnt. „Klein, aber fein soll das Jubiläum begangen werden”, so stellt es sich Bürgermeisterin Beate Bunge (parteilos) vor. Mittlerweile sind die Vorbereitungen für die viertägigen Feiern vom 30.  Juni bis zum 3. Juli in der heißen Phase.

Gleich zwei Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig. Dem fünfköpfigen kleineren Team geht es um die Aufarbeitung der Historie. So haben sich die Hobby-Heimatforscher Margit und Arthur Messerschmidt aus Spickendorf bereit erklärt, einen Vortrag über die Vergangenheit von Schwerz zu halten. In der früheren Bibliothek im Gebäude der Kindertagesstätte ist darüber hinaus eine Ausstellung geplant.

„Klein, aber fein soll das Jubiläum begangen werden.”
BEATE BUNGE BÜRGERMEISTERIN

Dafür hat schon so mancher Einwohner in seinem Familienalbum geblättert und der Bürgermeisterin Material zur Verfügung gestellt. Dias und Fotos zeigen zum Beispiel Schulleben oder Ringreiten. Auch eine Urkunde von der Bodenreform wurde Beate Bunge übergeben. Nichtsdestotrotz würde sie sich über weiteres Material sehr freuen.

Die zweite Arbeitsgruppe, der Vertreter sämtlicher Vereine vom Jugendclub bis zum Tischtennisver-ein sowie des Gemeinderats angehören, hat derweil die Organisation des Festprogramms übernommen. Fackelumzug, Lagerfeuer und Disco auf dem Sportplatz zählen ebenso dazu wie Platzkonzert, Handwerks-Vorführungen, eine Puppentheater Aufführung, Sport und Spiel für die ganze Familie oder ein Feuerwerk. Die Kindertagesstätte will ein Schwerz-Lied zum Besten geben. Die Mitglieder der Elterninitiative backen Kuchen. Die freiwillige Feuerwehr, die gleichzeitig ihr 80-jähriges Bestehen feiert, lädt zum Fesiumzug ein und bekommt eine neue Fahne überreicht.

Eins steht Fest: An Erinnerungsstücken zum Gemeindejubiläum mangelt es nicht. T-Shirts mit Logo werden bedruckt, Geschichts-CDs gebrannt, ein Schwerz-Kalender herausgegeben und ein Spezial-Likör ausgeschenkt. Letzterer nennt sich „Hoffmannstropfen” nach dem halleschen Mediziner Professor Friedrich Hoffmann, der das Schwerzer Rittergut im 18. Jahrhundert kaufte, und ist von zwei ortsansässigen Apothekerinnen kreiert worden.

HISTORIE

Als Zwirze erwähnt

Um 1205 wurde Schwerz erstmals als Zwirze urkundlich erwähnt. Der Name Swertiz wird als Heiligtum des Radegast gedeutet. Die Kultstätte des Kriegs- und Sonnengotts der Slawen befand sich nachweislich auf dem Schwerzer Berg. Die am Strengbach gefundenen ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsreste und Gräber verschiedener Zeitabschnitte belegen, dass die Besiedlung im Umfeld von Schwerz Jahrtausende zurückreicht.

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