Aktualisiert (Mittwoch, 09. November 2011 um 07:20) Geschrieben von: Steffen Marx Sonntag, 07. März 2010 um 12:13
Am 31.1.2009 endete, entsprechend des Gebietsveränderungsvertrages zwischen der Gemeinde Schwerz-Dammendorf und der Stadt Landsberg die politische Eigenständigkeit der Gemeinde Schwerz-Dammendorf. Gemäß den Vorgaben der Gebietsänderungsreform des Landes Sachsen Anhalt wird damit am 1.1.2010 der freiwillige Zusammenschluss der beiden Kommunen vollzogen. Damit wurde der sonst drohenden Zwangseingemeindung zuvorgekommen. Zusammenfassend muss allerdings bemerkt werden, dass die eigentlich erhofften Gestaltungsmöglichkeiten des Vertrages von Seiten der Kommunalaufsicht des Saalekreises sehr enge Grenzen gesetzt worden sind.
Letztendlich wurde damit nun auch politisch vollzogen, dass der größte Teil der Verwaltungsarbeit schon seit vielen Jahren in Landsberg durchgeführt worden ist. Ob mit der Verlagerung der politischen Entscheidungsfindung vom Gemeinderat Schwerz zum Stadtrat von Landsberg die Vor- oder die Nachteile überwiegen werden, muss nun die weitere Entwicklung zeigen.
Im Gegensatz zu den anderen neuen Ortsteilen bringt Schwerz keine nennenswerten Kreditbelastungen mit zur Stadt Landsberg. Nur ein Altkredit mit dem Restwert von 28300 € (= 51,57 €/ Einwohner) steht noch zu Buche. Da es sich noch um einen Kredit für ehemalige Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) handelt, wird Zins und Tilgung vom Arbeitsamt getragen.
Dem gegenüber steht am 31.12.2009 ein Rücklagenbestand von 294318,30 € den die Gemeinde Schwerz-Dammendorf mit nach Landsberg bringt.
Durch die Eingemeindung in die Stadt Landsberg werden einige Änderungen von Straßennamen notwendig. Die meisten alten Straßennamen in Schwerz und Dammendorf gibt es in anderen Ortsteilen von Landsberg bereits. Da es in Gemeinden keine Straßennamen doppelt geben darf, kam es zu folgenden Änderungen :
| alter Straßenname | neuer Straßenname |
|---|---|
| Schulstraße | Hoffmannplatz |
| Spickendorfer Straße | An den Linden |
| Karl Marx Straße | An den Linden |
| August Bebel | An den Linden |
| Dammendorfer Straße | An den Linden |
| Gartenweg | Zum Teich |
| Uferweg | Zum Teich |
| Teil der Karl Schröter Straße (Einmündung Gartenweg bis Uferweg) | Zum Teich |
| Teil der Karl Schröter Straße (in Richtung Friedrich Hoffmann Straße) | Zur Schafbrücke |
Nicht betroffen von Namensänderungen waren in Schwerz die Karl-Mehne-Straße und die Friedrich-Hoffmann-Straße.
| alter Straßenname | neuer Straßenname |
|---|---|
| Parkstraße | Zum Park |
| Gasse | Kirchgasse |
| Ernst Thälmann Straße (im vorderen, östlichen Teil von ehemals Gödewitz) | Gödewitzer Straße |
| Ernst Thälmann Straße (hinterer, westlicher Teil von ehemals Gödewitz, am Teich) | Gödewitzer Teich |
| Ernst Thälmann Straße (im nördlichen Ortsteil von Abzweig Am Anger bis Kreisgrenze) | Anger |
| Am Anger (südlicher Teil) | Anger |
| Am Anger (nördlicher Teil. von der ehemaligen Mühle bis nach Quetzsdölsdorf) | Feldblick |
Nicht betroffen von Namensänderungen war in Dammendorf nur die Blumenstraße.
| alter Straßenname | neuer Straßenname |
|---|---|
| Hauptstraße | Zur Zollstation |
In der ersten Sitzung am 14.1.2010 des ehemaligen Gemeinderates und jetzigen Ortschaftsrates von Schwerz-Dammendorf gab es eine personelle Veränderung. Das Mitglied des Ortschaftsrates Sebastian Zutz erklärte seinen Rücktritt vom Amt. Nach Beendigung seines Studiums in Halle nimmt er nach eigener Aussage eine Stelle in der Botschaft des Landes Venezuela an. Er bekleidet dort die Funktion des Pressesprechers. Dadurch wird ein Umzug nach Berlin notwendig.
Da Sebastian Zutz im Ortschaftsrat Einzelbewerber war, kann auf seine Position niemand nachrücken, die Anzahl der Ortschaftsräte verringert sich damit auf sieben.
Nach der Beendigung des Pachtverhältnisses am 01.01.2010 werden für das Gelände der nun ehemaligen Kleingartenanlage Fördermittel für den Rückbau beantragt.
Dem Jugendklub Dammendorf „Dammendorfer Sharks e.V.” soll im Januar 2010 endgültig die Mietvereinbarung zu den Räumen in Dammendorf gekündigt werden. Probleme bereitet, dass sich von seiten des offiziell eingetragenen Vereines niemand mehr zuständig fühlt. Auch den beim Amtsgericht als Vorstand eingetragenen Jugendlichen ist offensichtlich nicht bewusst, dass sie den durchaus ernsthaften juristischen Pflichten nachkommen müssen.
Im Januar 2010 wurde der Umbau der sanitären Anlagen in der Tischtennishalle von Schwerz abgeschlossen. Die finanziellen Mittel stellte noch der Gemeinderat von Schwerz per Beschluss im Jahre 2009 zur Verfügung.
Auch der Winter 2009/2010 ist sehr kalt. Vor allem bringt er am 4. und 5.Januar sehr viel Schnee. Insgesamt bildet sich im Januar eine Schneedecke von mehr als 30 Zentimeter. Dieser bleibt auch ungewöhnlich lange liegen. Bis Anfang März herrscht Dauerfrost und die Schneedecke bleibt erhalten. Außerdem sind beide Monate nur sehr sonnenscheinarm und demzufolge herrscht meist trübes Wetter.
In Dammendorf ist im Mai 2010 auch das Urnengemeinschaftsfeld endgültig fertig. Es erfolgten noch die Bepflanzungen mit Bäumen und Sträuchern. Im Juli 2010 findet dann auch die erste Bestattung auf dem Grabfeld statt.
Einen neuen Anlauf soll es nun auch zum Jugendclub in Dammendorf geben. Der Bürgermeister, Herr Heinrich, hat im Mai 2010 zugesagt, dass sich Herr Milch aus der Verwaltung in Landsberg darum bemühen wird. Sicherlich kann es damit im Jugendclub Dammendorf nun einen Generationswechsel geben.
In Schwerz fand das diesjährige Sport und Dorffest vom 11.6. bis zum 13.6.2010 statt. Veranstalter war der Tischtennisverein. Es war ein sehr gelungenes Fest mit vielen Höhepunkten. Unter anderem eine DDR Modenschau der Frauen des Tischtennisvereins. Diese kam so gut an, dass noch weitere Auftritte in anderen Orten folgten. Weitere Höhepunkte waren der Auftritt einer Schülergruppe der Grundschule aus Niemberg und die Band „Randale von der Saale” aus Halle.
In Dammendorf veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr ein eigenes Fest vom 17.7 bis zum 18.7.2010.
Im August 2010 ist ein weiterer Schritt zur Gestaltung des Dorfgemeinschaftshauses/ Kita abgeschlossen. Die Fassade der Tagesstätte ist neu gestaltet. Der obere Teil der Fassade wurde schon im Mai fertiggestellt. Daran schloss sich noch die Trockenlegung des Kellers durch eine Drainage an. Der Sockel wurde dann im August noch verputzt. Als Fassadenfarbe wurde ein helles Lichtgrau verwendet, das dem Gebäude ein edles Aussehen verleiht. Das notwendige Baugerüst erhält die Gemeinde von der Gerüstbaufirma kostenfrei gestellt. Organisiert wurde das von Herrn Bierstedt aus Schwerz. Er führte auch den Auf- und Abbau mit eigener Arbeitsleistung durch.
Es wurden auf dem Gelände auch Baumfäll- und Baumpflegemaßnahmen durchgeführt. Die Endabrechnung dieser Maßnahme belief sich auf 91.300 €.
Die Kleingartenanlage von Schwerz wurde ebenfalls im August 2010 komplett abgerissen. Es blieben nur noch einige alte Obstbäume stehen. Diese bilden die Grundlage der beabsichtigten Gestaltung als Streuobstwiese. Von den Kosten von 51.400 € soll ein Teil noch vom Kleingartenverband übernommen werden. Vorerst tritt die Stadt Landsberg entgegen den Absprachen noch im Gemeinderat Schwerz jedoch in Vorkasse. Die Erstattung der Gelder erfolgt erst 2011 zum Teil als Fördermittel des Amtes für Landwirtschaft und vom Kleingartenverband des Saalekreises.
In Dammendorf steht die Sanierung der Parkmauer kurz vor ihrer Vollendung. Da die Arbeiten vom Gemeindearbeiter Städel neben seinen anderen Aufgaben durchgeführt worden, sind nun nach 2 Jahren die Arbeiten an der Mauer fast beendet. Damit konnte die Kosten sehr gering gehalten werden.
Hochwasser in Schwerz. Nach ergiebigen Regenfällen gibt es ein Hochwasser des Strengbaches. Starke Regenfälle lassen den sonst nur 20-30 cm tiefen Bach anschwellen. Der Wasserstand erreicht je nach Breite des Bachbettes mehr als 2 m Höhe. Damit verlässt der Bach an einigen Stellen sein in den 70-iger Jahren vertieftes Bachbett. In Schwerz wird der Spielplatz völlig überflutet. In Dammendorf steht der Anger unter Wasser.
Der schon 1121 als „Strisize” [3] erwähnte Bach war auch schon in früheren Jahren für Überschwemmungen bekannt. Dreyhaupt schreibt schon 1750 „daß der Bach großen Schaden tut, wenn er nicht geräumt wird” [3]. Die Regenfälle begannen am Freitagabend den 24.9.2009 mit einem heftigen Gewitterregen. Danach begann am Nachmittag des 25.9.2009 ein gleichmäßiger Dauerregen. Dieser endete erst am 27.9. am späten Nachmittag. Im Gebiet des Oberlaufes fielen mindestens 65 l Regen/m². Das ist etwa das Doppelte des durchschnittlichen Monatsmittels (36 l/m²) an Niederschlag im gesamten September. Die gefallene Regenmenge an der Wetterstation Kröllwitz überstieg im gesamten September mit 152 l/m² den bisherigen Rekordniederschlag von 1952 um 50 l/m² [60].
Der Scheitel des folgenden Hochwassers erreichte Schwerz und Dammendorf dann am Abend des 29.9. Erst nach Mitternacht fiel der Pegel dann leicht ab. Den normalen Wasserstand erreichte der Bach aber erst wieder 6 Tage später. Schäden gab es im Dorfgemeinschaftshaus, der Keller wurde durch Grundwasser überflutet. Der Fußbodenbelag des erst im April 2009 neu gestalteten Sportraumes im Keller muss erneuert werden.
Ansonsten kamen die meisten Anwohner mit dem Schrecken davon. Es fehlten allerdings teilweise nur wenige Zentimeter Wasserstandhöhe bis zu größ
eren Schäden an den Häusern direkt am Strengbach.
Ende Oktober 2010 wurde der Feldweg zwischwen Schwerz und Spickendorf abgeschoben und mit einer Bitumendecke versehen. Er ist jetzt auch für Radfahrer gut befahrbar. Der Ausbau erfolgte im Zuge der besseren Verbindung der neuen und alten Ortsteile von Landsberg.
Die befestigten Flächen um die Kindertagestätte wurden ebenfalls im Oktober fertiggestellt. Während diesen Arbeiten ist auch eine Drainage rund um das Haus verlegt worden. Die Kosten beliefen sich insgesamt auf nocheinmal 33.000 €.
Die Renditefonds GmbH & Co. KG klagt im November 2010 gegen die Ablehung des geplanten Windparks nördlich von Dammendorf durch die zuständigen Behörden.
In Dammendorf ist die Neubepflanzung der Blumenstraße im November abgeschlossen worden. Neben den Ersatzpflanzungen wurden Wurzelschutzplatten eingebaut, um die vorhandenen Grundleitungen vor der Zerstörung durch die Baumwurzeln zu schützen. Die Gesamtkosten der Maßnahmen betrug etwa 18.000 €.