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Schwerz im Saalekreis

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Geschrieben von: Steffen Marx Samstag, 20. September 2008

Gutsbesitzer Karl Dietrich Leberecht von Schieck in Schwerz gerät 1725 mit seinen Nachbarn in einen gefährlichen Konflikt [7].

Konflikt v.Schieck - Spickendorf (aus Chronik Spickendorf).
Wie in jedem Jahr treibt der Spickendorfer Schäfer die mehrere hundert Köpfe zählende Schafherde zur Hutung auf die Schwerzer Flur (Anm.18). Darauf nähert sich auf einem edlen Pferd in gestrecktem Galopp der Schwerzer Rittergutsbesitzer v.Schieck. Wütend verbietet er den Auftrieb auf seine Flur, zieht seine Pistole und droht, alles Vieh zu erschießen. Ein Streit beginnt. Vor dem Amte Giebichenstein bezeugen darauf mehrere ehemalige Hirten unter Eid, dass sie die Hutung stets von Michaelis (29.9.) bis Walburgis (30.4.) ausgeübt hätten. Doch die Gerichtsmühlen mahlen langsam.
So rückt die bedrohte Herde wieder an - diesmal aber beschützt von Spickendorfern - bewaffnet mit Gabeln, Prügeln und Steinen. Von Norden her kommt von Schieck mit seinem Bruder, beide hoch zu Ross, bepistolt und einem ganzen Haufen Gutsleuten im Schlepp. Doch die Feuerröhren müssen schweigen, da die Spickendorfer ihre Tiere umkreisen. Dafür gelingt es den Pistolenmännern, 2 Hammel zu pfänden. Das wiederholt sich täglich bis zum Prozess in Halle. Wohl aus taktischen Gründen gibt der edle Herr am Vorabend die gepfändeten Hammel zurück.
Und der Prozess? Er läuft und läuft, bis die Streitparteien die Sinnlosigkeit erkennen.
So treffen sie sich am Tatort zu erneutem Disput und - einigen sich ohne Richter. Künftig treibt erst das Rittergut seine Herde über die Flur, dann dürfen die Spickendorfer ran. Epilog: Auch ohne Richterspruch muss Spickendorf 50 Taler, 8 Groschen Gerichtskosten zahlen, Geld für ein Pferd und eine Kuh, v. Schieck wohl kaum weniger. Und die Advokaten wollen auch leben! [7]

Anmerkung 18: Es handelt sich um die Flur des schon damals wüstgewordenen Dorfes Göttlitz mit dem Recht auf Koppeltrift siehe Anm. 12, Wüstung Göttlitz.

Ansicht eines Teiles der Holztonnendecke, Evangelist Markus mit dem Löwen (Foto 2006)Ab 1729 wird in Schwerz die Kirche vom derzeitigen Gutsherrn, der Weißenfelsische Geheimrat Karl Dietrich Leberecht von Schieck innen sehr aufwändig und prachtvoll im Barockstil neu ausgestaltet. Es werden die Sakristei mit einer aufgesetzten Patronatsloge auf der Südseite und der Eingangsbereich auf der Nordseite angebaut. Der Barockaltar wird errichtet. Als Erbauer des Altares wird J. H. Agner der Ältere benannt. Am Altar kann man auch das Wappen der von Schieck und des Hauses Oppin erkennen. 1731 wird die Holztonnendecke bemalt. Die Holztonnendecke ist hellblau gestaltet, insgesamt ist der Innenraum der Kirche sehr farbenfroh. Den Eltern des derzeitigen Gutsherren, Heinrich Karl Schieck (gest. 1720) und Barbara Sybille von Oppin (gest. 1727) werden 2 Epitaphien gewidmet [3].

Die Anfangsbuchstaben der 24 an der Empore angebrachten Tafeln mit Bibelsprüchen ergeben den Namen des Patronatsherren in der wahrscheinlich damaligen Schreibweise „Carl Dietric Lebrect Scieck”.

Geheimrat Excellenz Karl Dietrich Leberecht von Schieck besitzt neben Schwerz als Hauptgut auch das Rittergut in Balgstädt bei Freyburg (ab 1722) und Naderkau im Kreise Wittenberg [34]. Weiterhin scheint ihm oder seinen Verwandten auch ein Sattelhof in Quetz gehört zu haben (bis 1733?) [37b].

In Damendorf erbrachte der Klingelbeutel der Kirche im Jahre 1733/34  12 Taler, 11 Silbergroschen, 2 Pfennige, im Jahr darauf  13 Taler 9 Silbergroschen und 7 Pfennig. Das Kirchenvermögen belief sich auf 131 Taler 17 Silbergroschen und 5 Pfennig. Aufgeschrieben wurde es, weil es in diesem Jahr von dem „abgegangenen“, sprich verstorbenen Kirchenvater Ohme auf Johann Stein übertragen wurde. Dieser musste dabei den „gerichtlichen Handschlag“ leisten um „der Kirche Bestes überall zu beobachten“. Zum „Klingelsackträger" wurde Christian Bachmann bestätigt. Erwähnt wurde in dieser Quelle auch ein Herr Max Rolle der einen Sohn mit dem Namen Herbert Max Rolle im selben Jahr bekam, weiterhin noch eine Frau Denkewitz und deren Tochter, eine Leineweberin mit dem Ehenamen Maria Risbach [8].

Etwa um 1740-1750 entstand im Ortsteil Kneipe ein neuer Gasthof, genannt „Die Krone”. Es kann angenommen werden, dass der Bauherr das Amt Giebichenstein war, das hier und in Spickendorf Landbesitz hatte und sich von dem gewählten Standort Gewinn versprach. Diese Annahme wird von Dreyhaupt [5] in seiner „Beschreibung des Saalkreises” von 1750 so bestätigt:

Das Dorff hat 26 Feuerstellen, eine Schmiede und Schencke, so das Bier vom Hofe ziehen muß, ohnweit davon aber im Felde, wo die Leipziger hohe Strasse vorbey gehet, ist ein neuer Gasthof an dieselbe erbauet, die Crone genannt, so das Bier vom Amte Giebichenstein nehmen muß.

Die Krone etablierte sich als Ausspanne und Rasthof. Die Handelstraße von Leipzig nach Magdeburg verlief damals (belegt 1784) über Halle weiter nach Hohenthurm - Niemberg - Schwerz - Zörbig [18]. Wegen wechselnden Grenzziehungen hat die Zollstation im Ortsteil Kneipe sicher nicht über die gesamte Zeit (bis 1815) bestanden. So ist auf einer Karte der Ämter Delitzsch und Bitterfeld von 1750 die Grenze bei Kneipe eingezeichnet. Schwerz/Dammendorf gehören in dieser Zeit noch zu Brandenburg. Hingegen gab es schon 1760 auf einer Karte des Raumes Magdeburg/ Halle hier zwischenzeitlich keine Grenze mehr. Unser Gebiet gehörte jetzt zu Sachsen. (bis 1780?). Die Grenze zum Saalkreis verlief in dieser Zeit zwischen Schwerz und Niemberg [32].

Ab 1740 (besonders intensiv von 1780-1786) erhielten viele Orte im Saalkreis neue Bürger vom Staat Preußen zugewiesen. In Schwerz gibt es 1784 vier „Kolonistenhäuser”, in Dammendorf keine. Möglicherweise hat sich das Rittergut erfolgreich gegen die Zwangsansiedlung gewehrt. Diese Kolonisten stammten aus andern Ländern, in den Städten sollten sie als Arbeitskräfte in den Manufakturen dienen, auf dem Land die Rittergüter auffüllen [18].

Friedrich Hoffmann1741 wurde das Gut Schwerz öffentlich zwangsversteigert, nachdem es die Familie von Schieck abgewirtschaftet hatte (Anm.19). Anfangs fand sich kein Käufer, da die Kaufsumme auf 40 000 Taler festgelegt war. Doch dann erhielt der berühmte hallesche Mediziner und Professor an der halleschen Universität, Friedrich Hoffmannund seine Ehefrau Marie Sophie Schmaltzer den Zuschlag. Er ist noch heute als Erfinder der „Hoffmannstropfen” und als Begründer der Bad Lauchstädter Heilquellen bekannt. Er konnte sich seines Besitzes allerdings nur ein Jahr erfreuen, da er am 12. November 1742 in Halle starb. Nach ihm erbt es sein Sohn [5].

Anmerkung 19: Ein Zusammenhang des Bankrottes des Rittergutes der Familie Schieck mit der umfangreichen und sicher kostspieligen Renovierung der Schwerzer Kirche ab 1729 ist anzunehmen.

Der Turm der Dammendorfer Kirche ist nach 63 Jahren erneut baufällig und wird 1743-45 eingerissen und neu erbaut. Bauherren waren Obrist (Oberstleutnant) Friedrich August von Möllendorf. Dieser war bis 1744 (seit wann ist nicht bekannt) Rittergutsbesitzer in Dammendorf und in Quetz, danach sein Sohn Heinrich August [37b]. Die Familie Möllendorf hatte ebenfalls weiter Besitztümer im Saalkreis [44]. Eine Orgel -„ein kleines Werk” -lässt die Gemeinde 1752 einbauen.
[3, 8]. Dafür wird die vorhandene Empore durch eine Orgelempore ersetzt. Der spätgotische, kelchförmige Taufstein stammt aus der Zeit um 1550 [3].

Anmerkung 20: Es entstand der heute vorhandene, querachteckige Turm, der im oberen Bereich in ein Achteck übergeht, darüber das Zeltdach mit Laterne.

Heinrich August von Möllendorf hat 1750 Anna Rosamunde Christine (7.6.1726-14.6.1781) aus dem Hause von Trotha geheiratet. Heinrich August wurde am 9.2.1720 in Dammendorf geboren und starb am 31.12.1760 in Dammendorf [52].
Seit etwa 1750 [22] werden nachweislich aus dem Schwerzer Berg Steine gebrochen. Die Schafbrücke in Spickendorf wird mit Bruchsteinen vom Berg befestigt [38]. Mittlerweile ist inzwischen fast die gesamte Spitze des Berges abgebaut. Der Berg ragte einst zirka 35 m über die umliegende Feldlage heraus und bildet mit dem nach dem Norden hin auslaufenden Fuß noch zwei kleine Austrittsstellen, den „Großen und Kleinen Fuchsstein” von 1,5 bzw. 2,5 m Höhe.

Um diese drei Kuppen ranken sich zahlreiche Sagen, deren bekannteste vom „Schneider von Schwerz auf dem Glockersberg” ist. Glockersberg ist ein Beiname des Berges bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde der Schwerzer Berg nachweislich auch als Gerichtsstätte genutzt. So wurde am 1. Februar 1742 eine Kindesmörderin aus dem nahen Prussendorf auf dem Schwerzer Berge hingerichtet [3].

Schwerzer Berg von der OstseiteDer Schwerzer Berg ist eine Porphyrkuppe mit einer ehemaligen Höhe von 133 m über dem Meeresspiegel, deren Gestein früher dem Oberen Porphyr der Halleschen Mulde zugeordnet wurde (ebenso wie der viel kleinere Fuchsstein). Neuere Untersuchungen ergaben jedoch aufgrund der vorherrschenden Farben Grau bis Schwarz, seltener Blauschwarz und die Zusammensetzung der Einsprenglinge eine Porphyrart für sich, die als „Schwerz-Quetzer-Quarz-Porphyre” in der geologischen Literatur bekannt sind und als besonders hart gelten. Eine weitere, wissenschaftliche Bezeichnung dieser Gesteinsart lautet Ryolith. Das Gestein entspricht chemisch dem Tiefengestein Granit [35].

Der Schwerzer Berg ist ein Vulkanit. Er ist entstanden durch das Herausheben zähflüssigen Magmas aus großer Tiefe. Beim schnellen Abkühlen an der Oberfläche entstanden dann die typischen kristallinen Strukturen. Die bekannteste und größte derartige Formation in der Umgebung von Halle ist der Petersberg.

Zur Entstehung des Schwerzer Berges:
„An der Grenze Oberkarbon/Perm traten in vielen Teilen des Nordostdeutschen Beckens intensive magmatische Aktivitäten auf. Der Schwerzer Rhyolith Komplex, großflächig aufgeschlossen im Steintagebau Schwerz nahe Halle/Saale, bildet eine eigenständige Einheit verschiedener Rhyolithe im Ostteil des Halleschen Vulkanitkomplexes (HVK). Mit einem Alter von 307 ± 3 Millionen Jahre zählt der Schwerzer Rhyolith-Komplex zu den ältesten Einheiten des HVK. Es werden neue Untersuchungen über die Gefüge der Rhyolithe sowie über strukturelle Eigenschaften der Kontaktzonen zwischen den verschiedenen Rhyolithvarietäten präsentiert.
Die Modalanalyse der Hauptminerale Quarz, Kalifeldspat und Plagioklas zeigt, dass die mittelkristallinen schwarzen Rhyolithe eher den Petersberg- oder Wettin-Rhyolithen und die großkristallinen Einheiten den Löbejün- bzw. Landsberg- Rhyolithen gleichen. Das Fehlen von Fliesstexturen und der mittelkristalline Charakter der Gesteine lassen vermuten, dass die Rhyolithe von Schwerz intrusiv (Anm.20) entstanden und nahe der Oberfläche erstarrt sind” [17].

Anmerkung 21: Intrusion = Eindringen von flüssigen Gestein (Magma) in andere Gesteinsschichten

1750 hat Dammendorf „20 Feuerstäten, darunter aber nur 3 Anspänner nebst 2 Schenken … auch 2 Windmühlen und gute Viehzucht.” Gödewitz „ist im Sommer 1750 abgebrannt” [5].

Die Feldmark Schwerz gehört 1750 zum Gerichtsbezirk Giebichenstein, im Dorf selbst übt das Rittergut die Jurisdiction aus [5].

1754 wird das Gut Dammendorf 21 600 Taler geschätzt [3].

1756-1763 wütet der schlesische oder auch siebenjährige Krieg.

Der Gutsherr von Dammendorf und Quetz Heinrich August von Möllendorf stirbt im Jahre 1776. Das Gut in Dammendorf erbt seine Tochter Sophia Amalia (geb. am 5.5.1754 in Dammendorf, gest. am 7.11.1801 in Quetz [53]). Das Gut in Quetz erhält ihre Schwester Henriette Luise Ernestine (Anm.21). Der heute noch durch den Quetzer und Dammendorfer Park nach Dammendorf verlaufende „Schwesternweg” erinnert daran, dass sich die Schwestern öfters besuchten [37b].

Anmerkung 22: Ab 1778 bis 1945 gehörte der Familie Graevenitz das Quetzer Gut, nachdem Henriette Luise Ernestine Hellmuth Moritz Erdmann von Graevenitz geheiratet hatte. Das derzeitige Gutshaus in Quetz wurde von 1780- 1790 errichtet [37b].

Alte Waage (Zollhaus) an der Straße Quetz-LandsbergVon 1780-1815 ist der Ortsteil Kneipe Zollstation zwischen Preußen und Kursachsen. Nach der Niederlage Napoleons kommen die Sächsischen Kreise Bitterfeld und Delitzsch ebenfalls zu Preußen [18]. Damit entfällt die Notwendigkeit einer Zollstation. Sie wird endgültig geschlossen.
1794 wird in der Chronik von Spickendorf ein Herr Heße als Grenzzolleinnehmer und Schwiegervater des dortigen Pfarrers erwähnt.

Die Zollstation: (aus der Chronik Spickendorf)
Die alte Post- und Handelsstraße/Zörbiger Straße. Kneipe war früher Grenzgebiet. Die Strecke vom Ortsausgang Quetz bis ca. 100 m nach der Einmündung nach Spickendorf war Preußen, davor und dahinter Sachsen.
Schon früher litten die Herrschenden unter Geldmangel. So installierten die Preußen in Kneipe eine Zollstation und kassierten die Reisenden ab. Nur 1/2 Meile weiter, an der jetzigen Kreuzung B 100, stand die nächste Kasse, die der Sachsen. Sie wurde erst 1937 als Öbsterhaus abgerissen - aber noch lange „Einnahme” genannt!
Zoll erhob man für jedes Vorspannpferd, je nach Wert der Ladung bis zu einem Dukaten. Da die Händler schon damals effektiv transportieren wollten, wurden ihre Frachtwagen immer größer und schwerer, so mussten bis zu 8 Pferde ziehen, machte an jedem Grenzübergang bis zu 8 Dukaten! Denkste, sagten sich die Kaufleute, spannten in Quetz die Mehrzahl der Pferde aus und führten sie über Beyersdorf und Brehna bis zum Gützer Gasthof. Die Wagen fuhren so nur mit 2-4 Pferden durch Preußen, 4-6 Dukaten gespart!
Doch auf der Halbmeile durch Preußen warteten Wegelagerer, Burschen aus Schwerz und Spickendorf. Sie hatten es aber nicht auf die Waren, sondern auf die Plomben an den Wagen abgesehen. Sie brauchten nämlich Blei, um die Bolzen für ihre Armbrüste gießen zu können. Weder die Peitschenhiebe der Kutscher, noch die scharfen Zähne der wachsamen Spitze konnten sie von den Objekten ihrer Begierde abhalten.
Auf der Straße gab es schon damals Unfälle. So wurde z. B. im Sept. 1741 der Sohn eines Fuhrmanns aus Eggersdorf im Calbischen auf der Höhe Spickendorfs tödlich überfahren. „Da ist der andere mit Schiff und Geschirr und dem Todten auf dem Wege hierher gekommen, hat denselben hier abgelegt und ein Pferdt von 4 Jahren zum unter Pfandt gelassen mit dem Versprechen, auf dem kommenden Mondag auf den rück Wege von Leipzig wieder hier ein zu kehren und seinen Todten begraben zu laßen... der Fuhrmann, welcher aus den Calbischen Amte hat das Wiederkommen eingestelt ” Späterer Zusatz: „Der Furmann hat das Pferdt wieder abholen laßen und die Unkosten richtig abgezahlet” [7].

Ab 1784 trägt der Gasthof in Kneipe den Namen „Preußische Crone”, aber 1801 wird sie auch wieder als „Crone” in den Karten erwähnt [3].
Das Gut in Schwerz umfasste 1785 540 Morgen Ackerland, 30 Morgen Wiesen, 9 Pferde, 39 Rinder, 20 Schweine und 550 Schafe. Der Schätzwert betrug 1784 32 000 Taler [3].
Der Ort selbst umfasste 40 „Feuerstätten”, 244 Einwohner, darunter 8 Bauern, 6 kleine Kossaten (Anm.22) und 19 Häusler. Im Ort wurden auch 2 Morgen des Angers mit Weiden, Pflaumenbäumen und Maulbeerbäumen bepflanzt [3]. Die Maulbeerbäume dienten zur Seidenraupenzucht gemäß einer Weisung von Friedrich II. von 1769 [38].

Anmerkung 23: Besitzer eines Kottens = Kate und etwa 1/8 bis 1/2 Hufe Land [30].

Ebenfalls 1785 umfasste das Dammendorfer Gut 493 Morgen Ackerland, 12 Morgen Wiesen, 78 Pferde, 40 Rinder und 40 Schweine [3].

Trotz der Belastungen durch den Siebenjährigen Krieg und die Napoleonische Zeit entwickelten sich unsere beiden Dörfer innerhalb der nächsten einhundert Jahre ziemlich rasch. Das belegen die Einwohnerzahlen sehr eindrucksvoll: 1785 hatte Schwerz 244 Einwohner bei 40 Feuerstätten und Dammendorf 212 Einwohner [3].

Ab 1790 -1800 (1802?) gehört das Dammendorfer Gut Bodo August an dem Winkel [3, 8b]. (Anm. 23.)
Bodo August an dem Winkel wurde am 5.11.1739 in Wettin geboren und starb am 19.11.1811 in Halle. Das Gut kam durch seine Heirat mit der Erbin des Gutes, Sophie Amalia von Möllendorf (siehe Jahr 1776) in seinen Besitz. Gemeinsam hatten sie eine Tochter. Diese Tochter, Auguste Sophie Rosamunde an dem Winkel, wurde am 22.1.1770 in Dammendorf geboren,  starb am 13.5.1838 in Lieberrose (in Brandenburg) und war wiederum mit dem Grafen Graf Friedrich Ferdinand Bernhard Achaz von der Schulenburg verheiratet [53].
Wie aus den Lebensdaten zu errechnen ist, war Sophie Amalia Möllendorf damit erst 16 Jahre alt, als sie ihre Tochter bekam.

Anmerkung 23: Hier befindet sich in der Quelle [8b] wahrscheinlich ein Schreibfehler. Nah den oben erwähnten Daten ist eine Übernahme des Gutes schon früher, um das Jahr 1780 zu vermuten.

Das Gut Schwerz blieb bis etwa 1780 im Besitz der Familie Hoffmann und gelangte dann durch Einheirat in den Besitz der Familie Rudolphi [3].
Dabei handelte es sich um Johann Wilhelm Rudolphi, Herzoglich Braunschweigischer Geheimrat. Geboren wurde er am 22.4.1721 in Hötensleben (bei Oschersleben) gestorben ist er am 9.7.1789 in Schwerz. Er war verheiratet mit Friederike Sophie Schmals [51]. (Anm.24)
Danach ging das Gut in den Besitz seines Sohnes Carl Wilhelm Rudolphi. Geboren wurde dieser am 2.5.1751 in Berlin [51].

Anmerkung 24: Möglicherweise besteht hier bei Friederike Sophie Schmals (in der Quelle auch Schmaltz oder Schmalzen geschrieben) ein familiärer Zusammenhang mit der Ehefrau von Friedrich Hoffmann, Marie Sophie Schmaltzer. Eine möglicherweise nochmalige Verbindung findet sich bei dem Ehemann von Ida Rudolphi (siehe Stammbaum weiten unten), dem Rittergutsbesitzer Arthur Schmalz.

1795 Bau des Schulhauses in Schwerz. Am 27.5.1880 werden 95 Schüler gemeldet [9a].

1796 Bau der Schule Dammendorf, 1874 wurde der Schulbau in Dammendorf erweitert [9a].

Ehemalige Schule in Schwerz (Foto 2005) Ehemalige Schule in Dammendorf (Foto 2005)
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